Haus zur Glocke

innerhalb der Ausstellung „Raum im Raum im Raum“ am Sa., 02.12.2017, 17h

Liebe Interessierte

José Oliver erzählt in seinem Prosaband „Fremdenzimmer“ die Geschichte des Jungen, dessen Eltern aus Andalusien ins Badische gekommen waren und sich mitten im Schwarzwald niedergelassen hatten, wo er mit zwei Sprachen im selben Haus aufwuchs.
„Ich bin in einem Haus aufgewachsen, das zwei Stockwerke hatte. Im ersten Stock wurde alemanisch gesprochen, also annähernd deutsch, und im zweiten andalusisch, also annähernd spanisch. Wenn sich eine sternenklare Nacht abzeichnete und man den Mond am Himmel sah, hiess er im zweiten Stock ‚la luna’ und war weiblich. Betrachtete man ‚la luna’ vom ersten Stock aus, was sie plötzlich männlich und hiess ‚der Mond’. Ein paar Treppenstufen genügten, und aus der Frau wurde ein Mann – und umgekehrt.
Das Haus, in dem wir lebten, steht heute noch in Hausach-Dorf. Um ins Städtle zu kommen, wie die Dörfler den umtriebigen Teil der Stadt gemeinhin nannten und heute noch zu bezeichnen pflegen, mussten nicht nur einige Kilometer Wegstrecke zurückgelegt werden. Es waren Welten, die den Menschenschlag, der rund um den Friedhof im Westen der Stadt unter der einstigen Burg der Zähringer lebte, von demjenigen im Ortskern unterschieden. Die Menschen im Dorf wandten sich eher den Seitentälern und dem Wald zu, wohingegen die Städtler vom Kommen und Gehen der Fabriken lebten und ihren Tagesrhythmus dem Zeitkorsett der Stempeluhren angepasst hatten.“
So weit ein Zitat von José Oliver aus dem "Fremdenzimmer", das damit auch von Menschen erzählt, die in der neuen Heimat ankamen, in sie hineinfanden und trotzdem die alte in ihren Liedern und Geschichten weiter mitleben liessen.

Jürg Hugentobler, "Horizont", Installation, 2017 (Detail)

Ortsspezifisch

Jürg Hugentobler hat fürs Haus einen „Horizont“ geschaffen, der Bezug nimmt auf den Riegelbau der Glocke, mit seinen diversen geologisch und historisch bedingten Verschiebungen von Decken und Wänden. „In seinen Fotografien simuliert Jürg Hugentobler räumliche Situationen und Verwerfungen, die durch Licht und Schatten atmosphärische Kleinst-Räume erzeugen — Installationen von Raum eben, die es nur so in seiner Fotografie gibt. Der in dem Medium abgebildete Raum bleibt ein Bild von einem Raum, der auf den umgebenden Raum Bezug nimmt. Raum im Raum im Raum.“ schreibt Sibylle Omlin in ihrem Text zur Ausstellung.

Die beiden Steckborner Adrian Rieder und David Wälti kochen in der Wirtschaft zur Glocke ihre Berghütten-Suppe in Erinnerung an ausgedehnte Spaziergänge – die wiederum in der Arbeit von Nora Schiedt – Ausgangspunkt für ihre Malereien sind. Die Steckborner Hütten-Suppe wird vom Glockenteam ab 18.00 bis 22.00 ausgeschöpft!

Programm, Öffnungszeiten und Dank

Programm "Raum im Raum im Raum"

Zur Bildstrecke: Vernissage und Blick in die Ausstellung

Öffnungszeiten: Samstag 16.00 – 23.00, Sonntag 14.00 – 18.00 und nach Vereinbarung.

 

Samstag , 2.12.

14.00 Schreib-Workshop

mit José F. A. Oliver (auf Anmeldung) 

17.00 Lesung

aus dem „Fremdenzimmer“ von José F. A. Oliver

18.00—22.00 Berghütten-Suppe

von Adrian Rieder und David Wälti aus Steckborn

 

Sonntag, 3.12.

17.00 Führung

Judit Villiger führt im Gespräch mit den Anwesenden durch die Ausstellung

 

Zusammen mit dem Gloggeteam und den Kunstschaffenden Nora Schiedt, Jürg Hugentobler, Joschi Herczeg, Joc Marchington und Jonathan Brantschen freue ich mich über jeden Besuch.

Judit Villiger

 

Die Wirtschaft zur Glocke mit einem Team aus Freiwilligen Steckbornerinnen und Steckbornern trägt das Kulturprojekt finanziell, neben öffentlichen und privaten Stiftungen.

Dank geht neben den Kunstschaffenden an die Kulturstiftung des Kantons Thurgau, die Dr. Georg und Josi Guggenheim-Stiftung,  die Ernst & Olga Gubler-Hablützel Stiftung, die Dr. Heinrich Mezger-Stiftung und die TKB Jubiläums-Stiftung, so wie private Gönner und Mittragende.


Haus zur Glocke
Judit Villiger
Seestrasse 91
8266 Steckborn
info@hauszurglocke.ch
www.hauszurglocke.ch
www.facebook.com



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