Haus zur Glocke

Liebe Freunde der Nähe und der Ferne, der Peripherie und des Zentrums

Peripherie bezeichnet eine Umfangslinie oder einen Rand. Dieser steht immer in Beziehung zum Zentrum. Soziologisch definiert Peripherie „eher abgelegene, marginale und dünn besiedelte Grossräume, in denen häufig kulturelle Entwicklungen verzögert ankommen“, sagt Christian Giordano. Indem sie den umgekehrten Blick wagt, möchte die Ausstellung mit dem Blick aus der Peripherie 'von den Rändern her denken'. Sie fragt was sogenannte Randzonen definiert und unter welchen Rahmenbedingungen sie zustande kommen. Sandra Capaul, Navid Tschopp und das Künstlerduo Alex Meszmer/Reto Müller zeigen dazu Arbeiten. Zur Vernissage führt die Musikerin Bettina Boller mit einem Wanderkonzert durchs Haus und hinüber zum Foyer im Turmhof, wo sie zum Konzert aufspielt.

analoges Facebook, live Zeichnen mit Navid Tschopp, seit 2013 fortlaufend

analoges Facebook, live Zeichnen mit Navid Tschopp, seit 2013 fortlaufend

Grenzphänomene. Die Moderne von den Rändern her denken.

„Der Rand als Grenzphänomen interessierte die Optik ebenso wie die Kunst- und die Ideengeschichte in Europa seit der Renaissance. Deshalb wundert es nicht, dass Giorgio Vasari, der Vater der europäischen Kunstgeschichte, das Verbindende in seinen 'Lebensbeschreibungen der berühmtesten Maler, Bildhauer und Architekten' ausgerechnet in der Zeichnung entdeckte, die mit fein gezogenen Randlinien Körpervolumen und öffentliche Plätze auf dem Papier begrenzte.“ Dies schreibt Bernhard von Waldkirch, Kunsthistoriker und seit 2017 freier Kurator, in der Publikation, die zur Ausstellung 'Peripherie – von den Rändern her denken' erscheint.

Navid Tschopp geht in seiner künstlerischen Arbeit Rahmenbedingungen der Kunstproduktion auf den Grund und fragt, wie diese sich durchs digitale Netz verändert haben, sei dies in der Peripherie oder im Zentrum. Mit Kontextkunst fragt er nach dem eigentlichen 'Ort der Kunst' und nimmt diesen kritisch unter die Lupe. Dazu führt er seine Performance 'Analoges Facebook, seit 2013 fortlaufend' im Haus zur Glocke am Samstagabend live weiter.
Sandra Capaul beschäftigt sich in ihren ästhetischen Recherchen mit den Rändern von Wahrnehmung. Sie nimmt dabei verschiedene Alltagsgegenstände in den Fokus und untersucht deren Formen auf Volumen und Dichte, was Grenzen zwischen Illusion und Präsenz neu sehen lässt.
Alex Meszmer und Reto Müller stellen mit dem Transitorischen Museum Pfyn die Grenzziehungen von Wissen bezogen auf Zeit und Raum in Frage. Mit der Migration von Pflanzen in Form von Neophyten gehen sie in ihrer jüngsten Arbeit der Verschiebung in der Wahrnehmung von Exotischem hin zu Einheimischem nach, wenn sie fragen, woher unsere regionalen Pflanzen eingewandert sind. 

Zu Gast im Projektraum MAXXX in Sierre
Download: Zu Gast im Projektraum MAXXX in Sierre

Am kommenden Wochenende, dem 23./24. Sept. ist das 'Haus zur Glocke' zusammen mit dem 'Palais Bleu - le lieu' aus Trogen Gast im Projektraum MAXXX in Sierre. Falls jemand in der Nähe ist: herzlich willkommen!

Download: 'Peripherie - von den Rändern her denken'

Die nächsten Veranstaltungen am zweiten Wochenende der Ausstellung:

Samstag, 07.10.

18.00  Thematische Einführung und Führung durch die Ausstellung entlang der künstlerischen Positionen mit Bernhard von Waldkirch

Sonntag, 08.10.

15.00  Ausfahrt mit dem Kutscher Hans Graf vom Rathaus Steckborn zum Transitorischen Museum zu Pfyn (Anmeldung erwünscht – die Platzzahl ist beschränkt - um Unkostenbeitrag wird erbeten)

16.30  Führung durchs Transitorische Museum mit Alex Meszmer/Reto Müller (Zeitgarten), als Auftakt der Zusammenarbeit der beiden Häuser

Zusammen mit den Kunstschaffenden Sandra Capaul, Navid Tschopp, Alex Meszmer und Reto Müller wie auch den Mitwirkenden aus dem Gloggeteam und der Wildkräuterköchin Judith Degen, die uns eine einheimische Suppe aus wilden Kräutern kochen wird, freue ich mich über jeden Besuch.

Judit Villiger


Haus zur Glocke
Judit Villiger
Seestrasse 91
8266 Steckborn
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